Übersicht der Methoden & Therapieformen

(diese Seite befindet sich noch im Aufbau und wird kurzfristig ergänzt)

Die Beschwerden, Bedürfnisse und Ziele unserer Patienten sind sehr individuell. Dementsprechend bieten wir Ihnen in der Regel einen auf Ihre Person zugeschnittenen Methodenmix an.

Dennoch möchten wir Ihnen einen kurzen – und nicht zu fachlichen – Überblick über einige Methoden/Therapieformen in unserer ergotherapeutischen Praxis geben. Gerne informieren wir Sie selbstverständlich auch persönlich über die verschiedenen Methoden.

Das Alltagstraining dient dem Erhalt oder dem Wiedererlangen der Selbstständigkeit im Alltag. Alltagshandlungen (z. B. Einkaufen, Kochen, Hausarbeiten und viele weitere – je nach Indikation) werden gemeinsam trainiert bzw. Strategien und Strukturen für die eigenständige Ausführung erarbeitet.

Nicht alles lässt sich in Worte fassen: So arbeiten wir im Coaching und in der Ergoverhaltenstherapie sehr gerne auch mit sehr vielfältigen künstlerisch-kreativen Ansätzen. Das kreative Gestalten kann tiefere Gefühle (Wünsche, Bedürfnisse, Wut, etc.) sichtbar und bewusster machen und dient somit der Selbsterfahrung. Darüber hinaus kann der künstlerische Prozess unsere Schöpferkraft stärken und helfen, wieder ins Handeln/Umsetzen zu kommen. Als Ergo- und Ergoverhaltenstherapeuten begleiten wir diesen Prozess. Je nach Ziel/Indikation dient das Gestaltete und der Prozess als solcher ggf. als Grundlage für lösungsorientierte Gespräche. Dabei wird nicht nur die Selbstreflexion, sondern auch das in Kontakt bringen von Gefühlen und Bedürfnissen gestärkt.

Das Autogene Training gilt als eines der wichtigsten und bekanntesten Entspannungsverfahren. Das Autogene Training arbeitet – vereinfacht gesagt – mit mentalen/gedanklichen Übungen. Während der Patient sitzt oder liegt, arbeitet der Ergotherapeut mit sogenannten Suggestionen (z. B. „Ich bin vollkommen ruhig“), die den Patienten nach mehrfacher Wiederholung in einen Entspannungszustand versetzen können. Die Übungen können im Anschluss auch Zuhause eingesetzt werden. Wir bieten das Autogene Training in Einzelsitzungen, vor allem als Baustein einer ganzheitlichen Therapie, z. B. bei Depressionen, Ängsten und innerer Unruhe.

Die Therapie nach Affolter richtet sich insbesondere an Kinder und Erwachsene mit Wahrnehmungsstörungen infolge einer Hirnschädigung. Tätigkeiten, die ein Patient nicht mehr alleine ausführen kann, werden gemeinsam mit dem Ergotherapeuten durchgeführt. Dieser führt dabei die Hände des Patienten. Ziel ist, dass die jeweilige Handlung trainiert und zugleich die Wahrnehmung gefördert wird.

In unserer Praxis bieten wir (in Zusammenarbeit mit Lerntherapeut Djure Scheiding) zur Verbesserung der Aufmerksamkeitsfähigkeit das sogenannte ATTENTIONER-Training für Kinder und Jugendliche an. Es kombiniert neuropsychologische und verhaltenstherapeutische Therapieelemente und findet in kleinen, altershomogenen Gruppen statt.
Neben der Verbesserung der Aufmerksamkeit im Alltag, unterstützt das Training Kinder und Jugendliche auch bei der Steigerung der Frustrationstoleranz und Konzentration, bei der Verbesserung sozialer Kompetenzen und beim Ausbau des selbstverantwortlichen Handelns.

Die Ziele einer Handtherapie in unserer Praxis können vielfältig sein und sind abhängig von der individuellen Diagnose und Ihren persönlichen Problemen und Zielen. Generell kann die Handtherapie eingesetzt werden, um

  • Schmerzen zu lindern
  • alternative Bewegungen zu erlernen, wenn bisherige Bewegungen nicht mehr möglich sind
  • die bisherige Funktion der Hände wiederherzustellen
  • die Heilung zu unterstützen

Dabei kommt die Handtherapie u.a. bei rheumatischen Erkrankungen, Arthrose, Frakturen, Verbrennungen, Amputationen, Überlastungssyndromen, Sehnen-, Bänder- und Kapselverletzungen und anderen Erkrankungen zum Einsatz.

Die Methoden passen wir Ihren Zielen und Beschwerden an. Darunter fallen:

  • thermischen Anwendungen (z. B. Paraffinbädern)
  • Kinesio-Taping
  • Narbenbehandlung
  • Bewegungsübungnen / Stärkung der Muskulatur
  • manualtherapeutische Behandlungen
  • Sensibilitätstraining
  • Beratung bezüglich Hilfsmitteln, beruflichen Veränderungen etc.

Die „Heiße Rolle“ verbindet Wärme und Massage. Trichterförmig aufgerollte und mit heißem Wasser durchtränkte Frotteetücher werden durch den Ergotherapeuten auf die/den zu behandelnden Körperpartien getupft und langsam ausgerollt. Dabei wird die Durchblutung angeregt. Einsatzgebiete sind z. B. Muskelbeschwerden/Verspannungen, Arthrose, Verkrampfungen und Spastiken und viele mehr. Auch als Vorbereitungen auf verschiedene Behandlungsformen/Übungen kann die „Heiße Rolle“ sinnvoll sein.

Ob Demenz, Schlaganfall oder auch psychische Erkrankungen: Die Einsatzgebiete für das Hirnleistungstraining sind vielfältig. Ebenso individuell wie die konkreten Probleme (z. B. mit der Orientierung, Reaktion, Ausdauer oder auch Konzentration), sind auch die Therapiematerialien und Übungen. Je nach Alter, Beschwerden und individuellen Bedürfnissen erfolgt das Hirnleistungstraining in unserer Praxis unter anderem im direkten Lebensumfeld des Patienten oder auch computergestützt.

Das Marburger Konzentrationstraining stammt aus der kognitiven Verhaltenstherapie und ist auf Kinder mit Aufmerksamkeitsproblemen zugeschnitten. Es eignet sich für Kinder mit ADS und ADHS ebenso wie für Kinder mit leichten Problemen im Bereich der Konzentration/Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit dem Ergo- oder Lerntherapeuten werden Strategien entwickelt, die ein konzentriertes, systematisches Arbeiten erleichtern. Ein wichtiger Bestandteil des Marburger Konzentrationstraining: Aufgaben werden in kleinere Schritte unterteilt, die während der Erledigung der Aufgabe laut – und später dann in Gedanken – mitgesprochen werden (Selbstinstruktion). Darüber hinaus beinhaltet das Konzept Methoden zur Stärkung des Selbstvertrauens und der Lernmotivation sowie zur Verbesserung des Umgangs mit Fehlern.

In unserer Praxis bietet wir Erwachsenen und Kindern geführte Meditationen (fernab von religiösen Hintergründen) in Einzelsitzungen (auch in Kombination mit anderen Methoden) und Gruppen. Dabei greifen wir ja nach Alter und Bedürfnissen unserer Patienten auf verschiedene Meditationstechniken (auch in Bewegung) zurück. Ziele einer Meditation können z. B. eine Verbesserung der Körperwahrnehmung und Aufmerksamkeit oder auch Abschalten des „Gedankenkarussells“ sein. Die Wirkungen von regelmäßiger Meditation auf Geist und Körper sind vielfältig und können mittlerweile durch zahlreiche Studien nachgewiesen werden.

Die Kompetenzzentrierte Methode kommt im psychiatrischen bzw. psychisch-emotionalen Bereich zum Einsatz. Wobei sie in der Ergotherapie auch eingesetzt werden kann, wenn bei Patienten auf Grund von körperlichen Erkrankungen Motivation und Selbstvertrauen leiden. Bei dieser Methode arbeiten wir in der Ergotherapie mit alltagsorientierten/lebenspraktischen Übungen. Ziel ist, dass verloren gegangene oder nicht vorhandene Kompetenzen erworben werden und das Selbstvertrauen und die Selbsteinschätzung der Patienten gestärkt wird.

Die lokale Vibrationstherapie dient der Schmerzlinderung von akuten und chronischen Muskel-, Gelenk- und Sehnenerkrankungen und kommt auch bei einer krankhaft erhöhtet Eigenspannung der Muskulatur (der sogenannten Spastik) im Rahmen von neurologischen Erkrankungen zum Einsatz. Über Vibrationen kommt es bei der lokalen Vibrationstherapie zu tiefgreifenden Gewebestimulation. Die Weiterleitung von Schmerzsignalen an das Gehirn kann unterbrochen, die Muskelfunktion verbessert und der Muskeltonus normalisiert werden.

Die Vorgehendweise bei der Behandlung von Narben ist abhängig davon, an welchem Punkt im Heilungsprozess sich die Narbe befindet. Größtes Ziel der Narbenbehandlung ist es, die Elastizität des Narbengewebes zu fördern und so beispielsweise Bewegungseinschränkungen zu vermeiden und funktionelle Einschränkungen im Bereich der Narbe zu vermeiden. Bei frischen Narben versuchen wir in der Ergotherapie die Wundheilung positiv zu beeinflussen. Zur Narbentherapie können unter anderem Massagen und weitere manuelle Behandlungen, Auflagen, Cremes, Öle und Paraffinbäder gehören.

Die Spiegeltherapie kommt bei neurologischen Funktionsstörungen, zum Beispiel nach einem Schlaganfall, zum Einsatz. Dabei wird ein Spiegel so in der Körpermitte der Patienten platziert, dass Bewegungen der nicht betroffenen Seite (zum Beispiel des Armes, der nicht eingeschränkt ist) als Bewegungen der betroffenen Seite im Spiegel sichtbar werden. Es entsteht im Spiegel also der Eindruck, die betroffene Seite bewege sich wie die nicht betroffene/gesunde Seite. Das Gehirn wird so umgangssprachlich „ausgetrickst“. Ziel ist das (Wieder-)Erlernen der Bewegung.